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Arabica vs. Robusta -zwei Kaffeesorten im Überblick und Vergleich

Es gilt als das Lieblingsgetränk der Deutschen und ist für viele am Frühstückstisch sowie auch tagsüber als Muntermacher und Genussmittel nicht mehr wegzudenken – der Kaffee. Die verschiedenen Arten der Kaffeezubereitung nehmen einen immer bedeutenderen Stellenwert im Alltag ein und dienen oft nicht nur dazu, den Kaffee trinkfertig zu bekommen, sondern sind gleichzeitig ein Ausdruck des persönlichen Lebensstils. Umso interessanter ist es also, wenn man versteht, woher Kaffee überhaupt kommt, wie er angebaut wird und welche verschiedenen Sorten es gibt – die dann wiederum den Geschmack des Getränks entsprechend beeinflussen. Denn nicht jede Bohne sorgt für dasselbe Aroma in der Tasse!

Es gibt über 100 verschiedene Arten von Kaffeepflanzen, die je nach Anbaugebiet eine noch viel größere Anzahl an Kaffeesorten, also Bohnen, liefern. Die zwei bekanntesten Kaffeepflanzen sind die Arabica und die Robusta. Fast 100 Prozent des weltweiten Kaffeehandels fallen auf diese beiden Kaffeearten – und dabei könnten beide Kaffeepflanzen als auch die Bohnen daraus, also die Kaffeesorten, nicht unterschiedlicher sein. Tipps zum Wassersparen und wie man den besten Kaffee brüht, findet ihr hier.

Die Kaffeeanbaugebiete der Welt liegen in der tropischen und subtropischen Zone rund um den Äquator, diese Zone wird auch Kaffeegürtel genannt. Der Arabica stammt größtenteils aus Zentral- und Südamerika sowie Ostafrika, während der Robusta in Südostasien und Westafrika zu finden ist. Der größte Lieferant auf dem Weltmarkt ist seit vielen Jahren Brasilien, gefolgt von Vietnam. Als Ursprungsland des Kaffees gilt übrigens das ostafrikanische Äthiopien, von wo aus er im 14. Jahrhundert nach Arabien gelangte und somit nach und nach die Welt eroberte.

Arabica – der beliebte, vielschichtige Klassiker

Der ursprünglichste Kaffee ist gleichzeitig nach wie vor der beliebteste. Die Arabica-Bohne liefert eine sehr große Aromenvielfalt und überzeugt damit viele unterschiedliche Gaumen. Die Kaffeepflanze Arabica ist sehr sensibel, sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit und gleichzeitig darf es weder zu heiß noch zu kalt sein. Angebaut wird die Pflanze ab circa 600 Höhenmetern. Ideal ist der Anbau ab 1000 Höhenmetern. Denn je höher die Pflanze liegt, desto langsamer gedeihen die Kaffeekirschen und dies hat Auswirkungen auf die Aromen, die die Pflanze entwickelt. Die Aromenvielfalt reicht von schokoladig über nussig bis fruchtig, beerig oder sogar blumig, mit einem ausgewogenen Geschmack und einem dazu geringen Säuregehalt. Der Koffeingehalt der Arabica-Bohne ist im Vergleich mit der Robusta deutlich geringer und liegt zwischen 1,1 und 1,7 Prozent.
All diese Aspekte machen den Arabica-Kaffee zur qualitativ hochwertigen und beliebtesten Kaffeesorte weltweit. Die Empfindlichkeit und Pflegebedürftigkeit der Pflanze sorgen allerdings auch dafür, dass Arabica-Bohnen preislich höher liegen als die Robusta-Bohnen.

Robusta – der robuste, geradlinige Kaffee

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist die Robusta-Pflanze deutlich einfacher und genügsamer im Anbau, denn sie ist nicht ganz so sensibel wie die Arabica. Sie gedeiht auch bei höheren Temperaturen sowie in niedrigeren Höhenlagen und wird mehrheitlich in westafrikanischen Ländern sowie Vietnam, Indonesien, Indien und in Brasilien, dem Exportweltmeister des Kaffees, angebaut. Die Pflanze ist zudem widerstandsfähiger gegen Schädlinge. All dies bewirkt ertragreiche Ernten bei der Robusta-Pflanze. Das Aroma der Robusta Bohnen ist sehr kräftig, gehaltvoll und weniger vielfältig, die Nuancen reichen von nussig, schokoladig bis erdig, mit einer eher bitteren Note. Der Koffeingehalt im Robusta liegt mit zwischen 2 und 4,5 Prozent deutlich höher als im Arabica. Somit ist der Robusta zwar der bessere Wachmacher, wird aber von entsprechend weniger Menschen gerne getrunken, da die Geschmacksnoten und der Koffeingehalt nicht jedem Gaumen und Magen bekommen.

Das auffallendste und gleichzeitig einfachste Unterscheidungsmerkmal dieser beiden doch sehr verschiedenen Kaffeesorten liegt jedoch in Form, Farbe und Aussehen der Kaffeebohne. Die rohe Kaffeebohne des Arabica ist meist grünlich, die der Robusta mehr gelb-bräunlich. Arabica Bohnen sind zudem größer, flacher und mehr oval geschnitten, während Robusta-Bohnen ein sehr viel kleineres und rundlicheres Aussehen besitzen. Am deutlichsten zu unterscheiden sind die beiden Bohnen jedoch vom Einschnitt her – die Robusta-Bohne ist geradlinig geschnitten, bei der Arabica ist es sanft geschwungen und ähnelt dem Buchstaben S.

Die wichtigsten Unterschiede noch einmal kurz zusammengefasst

Arabica-Kaffee überzeugt durch die vielen unterschiedlichen und ausgewogenen Aromen, die er entfalten kann und besitzt einen deutlichen geringeren Koffeingehalt. Preislich liegt der Arabica-Kaffee höher durch die pflegeintensive Anbauweise.
Robusta-Kaffee stammt von ertragreichen Pflanzen und kann daher günstiger angeboten werden. Der Koffeingehalt des Robusta liegt mit bis zu 4,5 Prozent sehr hoch. Arabica-Bohnen sind groß, länglich und sind erkennbar durch den geschwungenen Einschnitt. Robusta-Bohnen hingegen sind klein und flach, der Einschnitt und gerade.

Die Mischung macht’s

Auch Mischungen zwischen Arabica und Robusta sind gefragt, denn hier lassen sich alle Vorzüge der beiden so unterschiedlichen Kaffeesorten vereinen. Die Aromen des Arabica kombiniert mit der Kräftigkeit und des Koffeins des Robusta liefern einen sehr vollmundigen Geschmack und somit sind Arabica-Robusta-Mischungen besonders für die Zubereitung von Espresso gefragt.

Ist nun die Arabica-Bohne der ewige, edle Klassiker und die Robusta „nur“ die günstige Alternative?
Nein – so einfach ist es nicht. Auch wenn der Anteil auf dem Weltmarkt des Arabica-Kaffees mit schätzungsweise 60 Prozent höher liegt als die des Robusta, bedeutet dies nicht, dass dies automatisch der bessere Kaffee ist. Auch der höhere Preis für Arabica-Kaffee liegt mehr an dessen Vermarktung und vor allem an der Pflegebedürftigkeit der Kaffeepflanzen als dass dieser ein automatisches Qualitätsmerkmal darstellt. Die Röstung der Kaffeebohnen trägt auch nicht unerheblich zum Geschmackserlebnis bei und hier lässt sich aus den Bohnen des Arabica aufgrund der vielen unterschiedlichen Nuancen schneller und einfacher ein Ergebnis erzielen, welches einer großen Menge der Kaffeekonsumenten mundet.

Der beste Kaffee für dich – eine Frage des Geschmacks

Welche Kaffeesorte dir am Schluss am besten schmeckt bestimmt also nicht der Preis, sondern schlussendlich dein persönlicher Geschmack und deine Anforderungen, die du an deinen Kaffee stellst. Bevorzugst du eher ein mildes Aroma mit geringem Koffeingehalt oder sollte es besser ein Wachmacher sein mit vollmundigem, intensivem Geschmack? Auch die Zubereitungsart kann eine Rolle spielen, denn durch den geringeren Gehalt an Ölen werden Robusta-Bohnen für die Zubereitung von Espresso geschätzt, da dies für eine besonders langanhaltende und aromatische Crema des Espresso sorgt. Aber auch gute Arabica-Kaffees werden mittlerweile für Espresso verwendet und erzielen geschmacklich gute Ergebnisse. Am Schluss ist es also alles eine Frage des Geschmacks – probiere daher am besten die verschiedenen Kaffeesorten aus und finde damit deinen persönlichen Lieblingskaffee!


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